Festival del cinema nuovo - X Edizione - 19, 20, 21 e 22 Ottobre 2016

CIAK... WIR DREHEN!

CIAK 1: DIE GESCHICHTE

Im 19, 20, 21, 22 Oktober 2016 wird die X Auflage des Neufilmfestivals stattfinden. An diesem Kurzfilmwettbewerb dürfen ausschließlich Filmbeiträge teilnehmen, die in Behindertengemeinden produziert worden sind, welche von Krankenkasse, Gemeinden, sozialen- und freiwilligen Organisationen gefördert werden (Tages- und Wohnzentren). Nach vielen Jahren Theatererfahrung haben wir in den neunziger Jahren begonnen, uns ans Kino zu wagen. Die erste Auflage (1997) hat die Zentren der Region Lombardei erreicht, und die zweite (2000) ganz Norditalien einbezogen. Mit der dritten Auflage (2002) ist unser Festival definitiv ein nationaler Wettbewerb geworden und mit der vierten/fünfte (2004 - 2006) wollen wir uns ganz Europa und Rest der Welt öffnen: Eine Erweiterung wie ein Spritzer der Begeisterung, des Staunens und der Spannung.

CIAK 2: DIE EINMALIGKEIT

Wir sind (glücklicherweise) überflutet von Filmfestivals zum Thema der Behinderung. Halten wir aber fest, dass unser Neufilmfestival einzigartig ist: Neu in seinen Darstellern, seinem Zweck und in den erlangten Ergebnissen.

CIAK 3: DIE PHILOSPHIE

Unsere Jugendliche wollen, wie alle anderen, Hauptfigur sein. Nach unserer Erfahrung und zahlreichen Vergleichen mit anderen Zentren sind wir davon überzeugt, daß das Kinomachen der tiefen psychosoziologischen Absicht unserer Arbeit, nämlich das Wohlbefinden unserer Jugendlichen, sehr fördern kann (jedenfalls soweit möglich!). Die jungen Leute genießen die konstruktiven Momente des Filmens und, mehr noch, die entspannten Momente des sich Wiedersehens. Diese Methodik bietet eine weitere Möglichkeit zu Spaß und Zusammensein.

CIAK 4: DAS VORHABEN

Wir möchten hier die Besonderheit unseres Vorhabens bekräftigen.
Andere (und auch berühmte!) Regisseure haben Filme mit großer Tiefe und Faszination zur Problematik der Behinderung gedreht, und damit einen wesentlichen Beitrag zur Sensibilisierung dieses Themas geleistet. Andere Regisseure dagegen haben uns Behinderte präsentiert, die sich selbst dargestellt haben, und damit ihre Fähigkeiten bewiesen haben. Für einige von ihnen haben sich dadurch auch neue Türen geöffnet. Andere haben uns wunderbare Dokumentarfilme über verschiedene Aussdrucks- und Theatertätigkeiten gezeigt. Wir wollen nicht dieselben Wege beschreiten, auch wenn wir sie zu schätzen wissen und ihre Ideen teilen. Mit der Neuauflage dieses Festivals wollen wir die Erfahrungen unserer Jugendlichen mit dem Kino in den Vordergrund stellen, die sie in ihren kleinen Gemeinden erleben. Und zwar in den verschiedensten Rollen: in Komödien, Krimis oder Abenteuergeschichten, also wirklich rein erfunden!

CIAK 5: DIE METHODIK

Die Filmkamera ermöglicht uns, den flüchtigen Moment auf dem Gesicht unserer Jugendlichen zu fixieren, ihre Ausdruckskraft und ihre Schaffenskraft. Es braucht viel Aufmerksamkeit und die Fähigkeit, zu erfassen, fokussieren und interpretieren, um dann zu rekonstruieren und strukturieren, in anderen Worten, um eine Dichtung daraus zu machen. Es reicht aus, die " Positivität" der Jugendlichen mit Geduld zu lenken, und jeder von ihnen wird sein Bestes in dem großen Gemeinschaftsprojekt geben.

CIAK 6: DAS TEAM

Wir wünschen uns, dass viele Zentren mit ihren Kurzfilmbeiträgen an diesem fünfte Wettbewerb teilnehmen werden. Wir würden nicht Werke von externen Professionellen bevorzugen, sondern von Laien gemachte, die wie eine "bunte Blume emporspriessen" aus den kontinuierlichen Erlebnissen der eigenen Gruppe, und tief in der Gemeinschaft wurzeln. Nur die Sozialerzieher kennen ihre Jugendlichen so gut, um für jeden die geeignete Figur und Rolle auszuwählen. Die Gegenwart der so genannten "Normalen" ist in unseren Kurzfilmen nicht erwünscht, oder zumindest dürften sie keine Hauptfiguren sein und müssten im sich Hintergrund halten. Das Ausdenken der Handlung, die Regie, der Schnitt und die Herstellung eines geschickten Zusammenhanges zwischen Bild und Musik wird Aufgabe der Mitarbeiter und anderer Experten sein.
Die Hauptdarsteller der Aufführung dürfen aber nur die Jugendlichen sein.

CIAK 7: DIE SCHAUSPIELER

Unsere Jugendlichen werden oft zu unrecht als "behindert", "benachteiligt", "Personen mit Handikap", bestenfalls noch als "anders" bezeichnet. Die Vorurteile gegenüber ihren Fähigkeiten machen uns perplex. Viele unserer Jugendlichen sind nicht einmal anders, was ihre "normalen" Fähigkeiten betrifft. Sie sind dagegen besonders lebendige, sensible und authentische Personen, ihre Gefühle sind spontan und echt. Regisseure, Schauspieler und Komödianten schaffen (wie sie selber sagen) nur mit großer Mühe, die Befreiung zu erreichen, die unsere Jugendliche in ihrer Spontanität auszudrücken vermögen.
Unsere Filme heben, wenn sie gut zusammengestellt sind, diese Lebendigkeit der "Unseren" hervor: So werden sie Botschafter der eigenen Person und ihres inneren Reichtums.

CIAK 8: DAS ZIEL

Gut gemachtes Kino kann jene wohltuenden Prozesse erzeugen, die zur Selbstschätzung und Gratifikation führen können und durch jede kreative Tätigkeit ausgelöst werden können. Es reicht, das Positive dieser Jugendlichen zu kanalisieren, welches oft nicht aufgewertet wird. Auch sie haben die Fähigkeit zu Risiko, Lebensfreude und den Willen, sich in verschiedene Rollen hineinzuversetzen und -zuträumen. So wollen auch sie Kino machen. Jeder angebotenen Aktivität wird zur Zeit, viel zu oft und anmaßend, der Wert einer Therapie beigemessen: Wassertherapie, Reittherapie, Farbtherapie, Musiktherapie, Spieltherapie und so weiter. Wir wollen nicht auch in diese Falle gehen, aus jeder Erfahrung eine Therapie zu machen. Aber manchmal, wenn der Sozialarbeiter und der junge Behinderte sich in ihrem kreativen Gefühlsausdruck im Einklang miteinander befinden, und daraus ein "glühender" Kontakt entsteht, kann der Funke einer wahren Therapie überspringen.
In diesem Falle kann man sie als Kunsttherapie bezeichnen. Selbstverständlich zeigt sich ein echter therapeutischer Effekt, wenn sich das Positive in verschiedenen Umgebungen und Situationen verallgemeinern und zeitlich verlängern lässt. Wenn Filme drehen jedoch auch nur zum Wohlbefinden beitragen würde und zur Freude, im hier und jetzt zu leben, das allein wäre schon viel!

CIAK 9: DAS VERGNÜGEN DES PUBLIKUMS

Lasst uns diese kleinen Kunstwerke genießen, wohlwissend, daß sie vielleicht als Ganzes nur in der Gruppe gewürdigt werden können, die sie hervorgebracht hat. Wir wissen, daß eine Aufführung mit Behinderten das Risiko des Grotesken mit sich trägt, oder zumindest des Ambivalenten: Eine Gefahr, die sich hinter jeder Ecke verbirgt, auch hinter unseren Filmaufnahmen. Wir wollen keine "Schau" machen und auch nicht "wohlwollende Gefälligkeit" ernten. Es würde uns nicht gefallen, rührende Gefühle zu erwecken, "weil sie anders sind". Wir wollen nicht, daß Beifall geklatscht wird, nur weil sie ja "so gut sind". Wir würden uns wünschen, daß man sich wundert, nicht darüber, was unsere Jugendlichen nicht haben oder nicht können, sondern darüber, was sie sind und machen.

CIAK 10: DAS KULTURANGEBOT

Wir wünschen uns, daß die Zuschauer, auch an den Abenden der VI Auflage des Neufilmfestivals und der zahlreichen Wiederaufführungen der Filme, den Saal mit einem Lächeln auf dem Gesicht und im Herzen verlassen werden, und daß sie endlich merken werden, daß Behinderung nicht nur ein Problem ist.
So geht das Neufilmfestival über den Sinn eines Festes hinaus und äußert seinen kulturellen Wert.

Dott. Romeo Della Bella
Psychologe, Festival-Direktor

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